Stake startet WM-Kampagne mit Sergio Agüero, Warum diese Werbung deutsche Spieler nicht erreichen darf

Crypto-Casino Stake bewirbt seine WM-Aktivierung mit Sergio Agüero und weiteren Fußball-Legenden. Wir erklären, warum die Kampagne in Deutschland illegal ist, und welche Schutzmechanismen greifen sollten.
Der Krypto-Casino-Anbieter Stake. Am 7. Juni 2026. Eine große WM-Kampagne. Mit niemand Geringerem als Ex-Fußballstar Sergio Agüero und anderen „Football Legends“, das war der Knaller. iGamingToday.com schrieb einen Tag später über diese Multi-Channel-Aktion: TV-Spots in Lateinamerika und Großbritannien, Social Media über Instagram, TikTok und YouTube mit Millionenreichweite, Twitch-Streams mit Casino-Sessions und Streetwear-Merchandise. Mein Gefühl sagt: 18 bis 25 Millionen US-Dollar wurden da verbraten.
Stake hat Lizenzen, ja, aus Curaçao und über die UKGC in Großbritannien, aber eingeschränkt. Eine deutsche GGL-Lizenz? Fehlanzeige! Werbung hierzulande ist nach § 5 GlüStV 2021 tabu, das Glücksspielangebot für deutsche Spieler illegal. Dennoch, Stake-Content flimmert immer wieder in deutschen TikTok- und Instagram-Feeds. Klar, die Agüero-Kampagne ist nicht extra für uns gemacht, aber ein internationaler Sportler erreicht eben auch unsere Fußball-Fans.
Juristisch gesehen, da gibt es keine zwei Meinungen. Die GGL machte es in ihrer „Werbung mit ausländischer Reichweite“-Bekanntmachung, Februar 2026, klipp und klar. Selbst wenn nicht explizit auf Deutschland gezielt wird, aber deutsche Nutzer es sehen können, fällt die Wettwerbung unter das Verbot. Sperranordnungen gegen TikTok und Meta? Ja, falls die GGL die Inhalte als „auf Deutschland zielend“ einstuft. Goldenstein Rechtsanwälte haben das gerade erst erfolgreich gegen MELbet vor dem VG Halle durchgefochten.
Für deutsche Spieler ist Stake ein Minenfeld, gleich aus mehreren Gründen. Erstens: Nur Kryptozahlungen! Das verkompliziert die Steuerfrage enorm, denn Gewinne aus illegalem Glücksspiel sind in Deutschland voll steuerpflichtig, bestätigte der BFH im Januar 2026. Zweitens: Keine LUGAS-Anbindung, kein OASIS-Schutz, kein KYC nach deutschem Geldwäschegesetz. Drittens: Streitigkeiten landen vor einem Gericht in Curaçao. Da sind die Erfolgsaussichten eher mau, unter 30 Prozent.
Gerade diese Marketing-Masche, mit aktiven oder vor kurzem zurückgetretenen Fußball-Stars, die sehen wir kritisch. Agüero spielt zwar seit 2021 nicht mehr, aber als Twitch-Streamer hat er immer noch über 4 Millionen Follower. Davon, so schätzen wir, allein 280.000 im DACH-Raum. Solche Leute sind Vorbilder, besonders für jüngere Spieler. Das genau ist das Problem, das GGL und Spielerschutzverbände seit Jahren ansprechen. Mbappés Weigerung gegen Betclic in Frankreich, das zeigt, auch im Profisport gibt es Gegenwind für solche Werbeformen.
Operativ: Seit dem 8. Juni ist eine GGL-Sondereinheit unterwegs, die speziell die WM-Werbung überwacht. 14 Leute, die 24/7 Social Media und Streamingdienste nach illegaler Wett- und Casino-Werbung durchforsten, auf Deutsch oder mit Deutschland-Bezug. In den ersten 24 Stunden wurden 87 Postings entdeckt und zur Löschung an Meta, TikTok und Twitch gemeldet. Die Plattformen brauchen laut GGL aktuell rund 18 Stunden dafür. Das ist zu langsam für Echtzeit, aber besser als 2022, als es noch 4–5 Tage dauerte.
Für meine Leser ist die Botschaft unmissverständlich: Finger weg von WM-Werbung mit Profisportlern, die zu illegalen Anbietern wie Stake lockt. Die Lockangebote mit Quoten und Boni sind nur Köder. Die echten Risiken, keine Spielsuchtprävention, keine deutsche Aufsicht, keine Streitschlichtung, die wiegen viel schwerer. Wer wetten möchte, findet auf der GGL-Whitelist rund 40 lizenzierte Anbieter: bwin, Tipico, Sportingbet, ODDSET, NEO.bet, Betano, um nur einige zu nennen. Lustich.de listet sie alle auf und vergleicht täglich die WM-Quoten. Ohne Schwarzmarkt-Gedöns und ohne Verlockungen zum riskanten Zocken.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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