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Regulierung

Irlands Glücksspielbehörde warnt Influencer vor Werbung für illegale Casinos

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Irlands Glücksspielbehörde warnt Influencer vor Werbung für illegale Casinos

Die neue irische Aufsichtsbehörde droht Social-Media-Stars mit bis zu acht Jahren Haft, wenn sie für Anbieter ohne Lizenz wie Rainbet werben.

Die irische Glücksspielaufsicht hat eine deutliche Warnung an Content-Ersteller in sozialen Netzwerken ausgesprochen. Wer für Online-Casinos oder Wettanbieter ohne lokale Lizenz wirbt, muss mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. Dieser Schritt folgt auf die Verbreitung von Prank-Videos, in denen unerlaubte Werbung für den Anbieter Rainbet platziert wurde. Die Behörde stellt klar, dass nicht nur der Betrieb eines illegalen Glücksspielunternehmens strafbar ist, sondern auch die Unterstützung oder Promotion solcher Geschäfte.

Besonders im Fokus stehen dabei die in Cork ansässigen Influencer Vladyslav Morhulets, bekannt als Rendy Vlad, und Maksym Yakushev. Morhulets erreicht auf TikTok über eine Million Follower mit Videos, die oft Streiche oder Konflikte zeigen. In einigen dieser Beiträge ist das Logo von Rainbet prominent platziert, während Yakushev Affiliate-Links nutzt, um Nutzer direkt auf die Plattform zu leiten. Da Rainbet keine irische Lizenz besitzt, werten die Aufseher dies als rechtswidrige Handlung, die schwerwiegende Konsequenzen für die Beteiligten haben kann.

Zahlen und Fakten

Unter dem Gambling Regulation Act 2024 hat die GRAI weitreichende Befugnisse erhalten. Wer eine Straftat im Bereich des nicht lizensierten Buchmachens unterstützt, kann wie der Haupttäter bestraft werden. Dies bedeutet im Extremfall eine Gefängnisstrafe von bis zu acht Jahren. Zusätzlich zu strafrechtlichen Maßnahmen kann die GRAI beim High Court einstweilige Verfügungen erwirken, um verbotene Werbung sofort zu stoppen. Kommt es zu Bußgeldern gegen Unternehmen, liegen diese bei bis zu 20 Millionen Euro oder 10 Prozent des Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ausfällt.

„Betreiber, die Glücksspielaktivitäten ohne eine von der Behörde ausgestellte Lizenz anbieten oder die Bestimmungen ihrer Lizenz nicht einhalten, könnten bei einer Verurteilung mit bis zu acht Jahren Haft und/oder einer Geldstrafe nach Ermessen der Gerichte rechnen.“ - James Browne, Staatsminister für Rechtsreform

Rainbet wird als Krypto-Casino von RBGaming N.V. betrieben, einem Unternehmen mit Sitz in Anjouan, Komoren. Laut Berichten behauptet die Firma, eine Banklizenz der Anjouan Offshore Finance Authority zu besitzen. Die Zentralbank der Komoren bezeichnet diese Behörde jedoch als fiktive Struktur. Die mangelnden Schutzmechanismen bei Rainbet sind alarmierend. So sind Streitigkeiten über Wetten innerhalb von drei Tagen zu melden, und Auszahlungen aus Bonusaktionen sind oft auf nur 50 Dollar begrenzt. Die Gesamthaftung des Anbieters ist zudem auf den niedrigeren Betrag aus Wetteinsatz oder 500 Euro limitiert.

Hintergrund

Irland modernisiert mit der neuen Behörde ein völlig veraltetes System, das noch auf dem Betting Act von 1931 basierte. Seit dem 5. Februar 2026 ist das neue Lizenzierungssystem in Kraft. Die GRAI soll einen modernen Rahmen schaffen, der besonders Kinder vor den Gefahren des Glücksspiels schützt. Dazu gehört auch ein generelles Werbeverbot für Glücksspiele im Fernsehen und Radio zwischen 5:30 Uhr morgens und 21 Uhr abends. In der digitalen Welt gilt Werbung in sozialen Medien nun standardmäßig als verboten, sofern keine ausdrücklichen Ausnahmen vorliegen.

Interessant ist der technische Aspekt bei den beanstandeten Videos. Morhulets nutzt oft Meta Ray-Ban Brillen für seine Aufnahmen. Die irische Datenschutzbehörde hat bereits Bedenken geäußert, ob das kleine LED-Licht an der Brille ausreicht, um Passanten über die laufende Aufnahme zu informieren. Die Kombination aus zweifelhaften Werbedeals und potenziellen Datenschutzverstößen erhöht den Druck auf die Influencer zusätzlich.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Deutsche Spieler sollten diese Entwicklungen in Irland sehr genau beobachten, da sie die strengen Regeln des deutschen Glücksspielstaatsvertrags 2021 widerspiegeln. In Deutschland ist Werbung für Casinos ohne GGL-Lizenz ebenfalls streng untersagt, und auch hier geraten Influencer zunehmend ins Visier der Behörden. Wer bei Anbietern wie Rainbet spielt, die lediglich Lizenzen aus der Karibik oder von den Komoren vorweisen, genießt keinerlei Schutz durch deutsche Gesetze. Es gibt kein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin und keine Anbindung an das LUGAS-System, was das Risiko für Spielsucht und finanziellen Verlust massiv erhöht.

Das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das in Deutschland spielübergreifend gilt, wird bei solchen Offshore-Anbietern ignoriert. Sollte es zu Problemen bei der Auszahlung kommen, haben deutsche Kunden keine rechtliche Handhabe, da diese Firmen außerhalb der EU agieren. Der Fall in Irland zeigt, dass die Aufsichtsbehörden in Europa enger zusammenrücken, um Influencer-Marketing für den Schwarzmarkt zu unterbinden. Deutsche Nutzer sollten sich konsequent an die offizielle Whitelist der GGL halten, um legal und sicher zu spielen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für seriöse Anbieter mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sind solche Nachrichten positiv zu werten. Wenn illegale Konkurrenten wie Rainbet durch den Entzug von Marketingkanälen geschwächt werden, stärkt das den regulierten Markt. GGL-lizensierte Casinos investieren hohe Summen in Compliance und Spielerschutz, während sich Krypto-Casinos oft jeglicher Verantwortung entziehen. Die konsequente Verfolgung von Affiliate-Partnern, die für den Schwarzmarkt werben, sorgt langfristig für faire Wettbewerbsbedingungen und schützt die Integrität der gesamten Branche.

Quellen & weiterführende Links

In Kategorie:Regulierung & Lizenzen
In Land:Irland
Erwähnte Unternehmen:Rainbet

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