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GGL verschärft Werbeverbote 2026, Was sich für deutsche Online-Casinos jetzt ändert

5. Juni 20268 Minvon Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Symbolbild: GGL-Werbeverbot 2026 für deutsche Online-Casinos, TV-Spot mit durchgestrichenem Bonus-Logo

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat zum 1. Juni 2026 neue, deutlich strengere Werberichtlinien veröffentlicht. Wir analysieren die wichtigsten Punkte für Spieler und Anbieter.

Die Glücksspielbehörde (GGL) hat zum 1. Juni 2026 neue Regeln für Online-Casino-Werbung erlassen. Sie reagiert damit auf die Kritik, dass die alten Werbevorschriften seit 2021 nicht griffen. Betroffen sind alle etwa 60 lizenzierten Online-Anbieter in Deutschland, darunter bekannte Namen wie JackpotPiraten, OnlineCasino DE, Merkur Slots, bwin Casino, Tipico Games und LeoVegas DE.

Das Wichtigste zuerst: TV- und Radiowerbung für Online-Glücksspiele ist zwischen 6 und 21 Uhr jetzt tabu. Bisher galt diese Sperrzeit lediglich für Sportwetten, Casinos durften schon ab 21 Uhr ran. Werbung darf künftig außerdem keine Boni, Echtgeldgewinne oder Slot-Beispiele mehr zeigen. Erlaubt sind nur noch allgemeine Infos zur Marke oder zur Sicherheit, wie die GGL-Lizenz oder Spielerschutz-Maßnahmen.

Ganz dicke kommt es bei der Online-Werbung. Auf Social Media wie Instagram, TikTok und Snapchat ist Werbung für Online-Casinos komplett verboten, egal wie alt die Nutzer sind. Bei YouTube, X und Facebook geht Werbung nur noch mit Altersprüfung ab 21. Und für Google- sowie Bing-Anzeigen heißt es: keine Bonus-Begriffe mehr. Diese dürfen dann auch nur noch auf neutrale, nicht-werbliche Seiten verlinken. Partnerprogramme, das sogenannte Affiliate-Marketing, bleiben zwar erlaubt, aber mit viel strengeren Auflagen bei Transparenz und Spielerschutz.

Was heißt das für deutsche Spieler? Weniger Werbedruck, ja. Aber auch weniger Vergleichsmöglichkeiten bei Boni und Aktionen. Die GGL verteidigt die Verschärfung mit dem stark gestiegenen Werbevolumen 2025. Allein fürs Fernsehen wurden laut Branchenzahlen 380 Millionen Euro verpulvert, satte 42 Prozent mehr als 2024. Gerade die aggressiven Willkommensboni waren Spielerschützern und der BZgA schon lange ein Dorn im Auge gewesen.

Die Branche reagiert gespalten. Die Gauselmann-Gruppe (Mernov / JackpotPiraten, Merkur Slots) findet das neue Werbeverbot „notwendig für die Glaubwürdigkeit des regulierten Marktes“. Der Deutsche Online-Casino-Verband (DOCV) hingegen warnt, die strengeren Regeln könnten den Schwarzmarkt befeuern. Die Uni Hohenheim hat ja gezeigt: Immer noch landen 25 Prozent aller Online-Casino-Einsätze in Deutschland auf illegalen Seiten. Durch Werbeverbote für die legalen Anbieter könnte diese Zahl durchaus steigen.

Für uns hier bei Lustich.de ändern sich die Regeln fürs Affiliate-Marketing nicht viel. Bonusvergleiche sind weiter erlaubt, müssen aber ab sofort den Hinweis „Glücksspiel kann süchtig machen“ und die Telefonnummer der BZgA-Beratungsstelle tragen. Slot-Demos, Bildergalerien und Empfehlungen müssen klar als Werbung gekennzeichnet werden. Bei Lustich.de halten wir diese Standards schon seit Jahren ein, in unserer Redaktion ändert sich operativ also kaum etwas.

Ob die neuen Werberegeln wirken, soll Anfang 2027 untersucht werden. Wenn problematische Spielmuster zurückgehen, drohen uns weitere Verschärfungen, zum Beispiel ein Totalverbot von Cashback-Aktionen. Sollte der Schwarzmarkt aber blühen, könnte es in die andere Richtung gehen: behutsame Lockerungen und gleichzeitig härtere Jagd auf illegale Anbieter. Die Branche bleibt unberechenbar. Spieler müssen sich mehr denn je auf unabhängige Vergleichsseiten verlassen, um die passenden GGL-lizenzierten Anbieter zu finden.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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