Colombia strikes down 19% gambling tax, Major win for licensed casino operators

Colombia's Constitutional Court has overturned the 19% VAT on online gambling introduced by emergency decree. Licensed operators are celebrating, but a new 16% consumption tax is already waiting in the wings.
Kolumbiens Verfassungsgericht kippte am 5. Juni 2026 die umstrittene 19-Prozent-Mehrwertsteuer auf Online-Glücksspiele. Gut so, denn die Regierung hatte diese Steuer letztes Jahr per Notverordnung eingeführt. Sie betraf jeden Betreiber mit Lizenz vom Regulierer Coljuegos. Für Kolumbiens regulierten Glücksspielmarkt ist diese Entscheidung der wichtigste Sieg seit Marktöffnung 2016 , und ein klares Zeichen an andere lateinamerikanische Länder, die mit ähnlichen Steuermodellen liebäugeln.
Zur Geschichte: Kolumbien war 2016 das erste lateinamerikanische Land, das Online-Glücksspiele umfassend regulierte. Heute haben etwa 18 Betreiber offizielle Lizenzen von Coljuegos, darunter internationale Marken wie Betsson, Codere, Aquila, Wplay, Rivalo und die Marken der Rappi-Gruppe. Die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, eingeführt im Frühjahr 2025, kam auf sowieso schon hohe Lizenz- und Compliance-Kosten obendrauf. Branchenzahlen zeigen, sie drückte 2025 die Einnahmen im regulierten Sektor merklich in den Keller.
Das Verfassungsgericht begründete seine Entscheidung hauptsächlich verfahrenstechnisch: Die Regierung hatte ihre Notverordnungsbefugnisse missbraucht. Eine neue Steuer hätte es nur über den regulären Gesetzgebungsweg geben dürfen. Inhaltlich, so das Gericht weiter, hätte die Regierung keinen Notstand im Online-Glücksspielsektor nachgewiesen. Dieser wäre aber nötig gewesen, um auf Dekretrecht zurückzugreifen. Finanzministerium und Steuerbehörde DIAN sollen jetzt ein Verfahren zur Rückerstattung der bereits gezahlten Beträge entwickeln. Wann das Geld fließt? Offen.
Der Zeitpunkt ist entscheidend für unsere Branche. Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika steht vor der Tür. Sportwetten- und Casino-Betreiber weltweit starten in ihre umsatzstärkste Phase. Kolumbianische Lizenznehmer hatten die letzten Monate ihr Geld eher in Bestandskunden-Pflege statt in Neukunden gesteckt. Der Grund: Die zusätzliche Steuerlast fraß die Marketingbudgets auf. Ohne Mehrwertsteuer können sie jetzt wieder auf Angriff schalten. Das ist wichtig, um den geschätzten 30 bis 40 Prozent Marktanteil illegaler, ausländischer Anbieter zurückzudrängen.
Einen Haken gibt es aber: Die Regierung hatte parallel schon eine neue „Nationale Verbrauchssteuer“ von 16 Prozent auf Online-Glücksspiele per Dekret 0240 von 2026 eingeführt. Die Branche hofft, dass auch dieses Dekret vom Verfassungsgericht geprüft und ähnlich behandelt wird. Die Begründung der jetzigen Entscheidung lesen viele als klares Signal: Richter stehen dem Einsatz von Notverordnungen zur Einführung neuer Steuern skeptisch gegenüber. Die nächste Anhörung erwarten wir im Spätsommer 2026.
Für den deutschen Markt ist Kolumbien nicht direkt relevant, keiner der dort lizenzierten Betreiber hat eine deutsche GGL-Lizenz oder darf in Deutschland wirken. Strategisch jedoch ist der Fall wichtig. Er zeigt, wie eng Steuerlast, Schwarzmarktanteil und Regulierungserfolg zusammenhängen. Auch in Deutschland debattiert der Bundesrat seit Monaten über die effektive 5,3-Prozent-Umsatzsteuer auf Glücksspiel-Einsätze. Das ist die höchste in Europa. Unsere Branche nennt sie regelmäßig als einen der Gründe für den geschätzten 25-Prozent-Schwarzmarktanteil, den die GGL im Mai 2026 feststellte.
Deutsche Spieler nutzen weiterhin GGL-lizenzierte Anbieter wie JackpotPiraten, OnlineCasino DE, Merkur Slots, bwin Casino, Tipico Games und LeoVegas DE. Das ist völlig unabhängig von Kolumbien die einzig legale Option. Aber wir verfolgen den Fall genau. Er schafft einen wichtigen Präzedenzfall, wie Verfassungsgerichte mit kurzfristigen Steuererhöhungen in regulierten Glücksspielmärkten umgehen. Und das könnte mittelfristig auch in der EU und einzelnen deutschen Bundesländern relevant werden.
Sources & further reading
- Joint Gambling Authority of the German Federal States (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist of permitted online operators: GGL-Whitelist
- BZgA problem-gambling helpline: 0800 1 372 700 (free, anonymous, 24/7)
- Editorial methodology: Editorial guidelines Lustich.de
Gambling can be addictive. Please play responsibly. Help and counselling at 0800 1 372 700 (BZgA, free & anonymous).



